06 March 2026, 22:05

Hessen warnt vor Kollaps der Apotheken durch finanzielle Not und Personalmangel

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneikosten sparen' lautet.

Hessen warnt vor Kollaps der Apotheken durch finanzielle Not und Personalmangel

Hessens Staatssekretärin für Gesundheit, Dr. Sonja Optendrenk, hat sich mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck getroffen, um über die wachsenden Sorgen wegen der finanziellen Notlage lokaler Apotheken zu sprechen. Das Treffen im Noweda-Verteilzentrum konzentrierte sich auf faire Vergütungsmodelle und die Zukunft der Apothekenversorgung in Deutschland. Beide Seiten kritisierten das aktuelle Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWWG), das weder ländliche noch städtische Apotheken ausreichend entlaste.

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Optendrenk betonte die unverzichtbare Rolle der Apotheken als erste Anlaufstelle für medizinische Beratung und Arzneimittelsicherheit. Wirtschaftlich stabile Apotheken seien entscheidend, um die lokale Gesundheitsversorgung zu sichern, so die Staatssekretärin. Eine zentrale Forderung war eine verlässliche und höhere Vergütung – insbesondere eine gestärkte Festbetragsregelung –, um die finanzielle Basis der Apotheken zu festigen.

Kuck unterstützte diese Position und verwies darauf, dass Apotheken und Großhändler weit mehr Leistungen erbrächten als Versandapotheken oder Drogerien – etwa Impfungen, Diagnostik oder die Unterstützung bei medizinischen Hilfsmitteln. Trotz strengerer Auflagen unterstrich er, dass diese Angebote die Bedeutung der Apotheken als Säule der Nahversorgung im Gesundheitswesen unterstreichen. Beide waren sich einig, dass faire Wettbewerbsbedingungen und wirtschaftliche Entlastung, einschließlich höherer Festbeträge, dringend notwendig seien.

Thema war auch die Ablehnung Hessens gegenüber dem Modell einer "Apotheke ohne Apotheker", ein Vorhaben, das bereits der Bundesrat zurückgewiesen hatte. Optendrenk bekräftigte, dass Apotheken durchgehend mit Fachpersonal besetzt sein müssten, um die Patientensicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig steht der Entwurf des ApoVWWG für 2026, der eigentlich die Branche stärken sollte, in der Kritik: Weder Apotheken noch Bundesländer sehen seit seiner Einführung spürbare Verbesserungen.

Das Gespräch machte die anhaltenden Herausforderungen der deutschen Apothekenlandschaft deutlich – von sinkenden Gewinnen über Personalmangel bis hin zu strukturellen Veränderungen. Ohne konkrete Reformen könnten lokale Apotheken weiter unter Druck geraten, was die Gesundheitsversorgung im ganzen Land beeinträchtigen würde. Hessens Forderung nach angepassten Vergütungsmodellen und strengeren Personalanforderungen spiegelt den breiten Ruf nach schnellen politischen Lösungen wider.

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