Hessen 2025: Weniger Kriminalität, aber mehr politische Gewalt und Angriffe auf den Staat
Lara BraunMehr Angriffe auf Polizisten und Politiker - Hessen 2025: Weniger Kriminalität, aber mehr politische Gewalt und Angriffe auf den Staat
Kriminalitätsentwicklung in Hessen 2025: Rückgang bei Gesamtstraftaten, aber deutlicher Anstieg politisch motivierter Delikte
Die Kriminalitätslage in Hessen hat sich im Jahr 2025 verändert: Während die Gesamtzahl der Straftaten zurückging, stiegen politisch motivierte Vorfälle und Angriffe auf Amtsträger deutlich an. Zwar sank die Zahl der gemeldeten Straftaten insgesamt um 2,9 %, doch extremistische Gewalt und Übergriffe auf Einsatzkräfte oder Politiker nahmen stark zu. Die Behörden sehen sich zunehmend mit der Bekämpfung von links- und rechtsextremistischen Tendenzen sowie der wachsenden Bedrohung für Rettungskräfte und politische Vertreter konfrontiert.
Die registrierte Kriminalität in Hessen verringerte sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %. Trotz dieses Rückgangs sank die Aufklärungsquote um 0,8 Prozentpunkte auf 61,1 %.
Besonders besorgniserregend ist der Anstieg politisch motivierter Straftaten, der im selben Zeitraum 25,1 % betrug. Linksextremistische Delikte verzeichneten dabei den stärksten Zuwachs – sie stiegen um fast 180 %. Auch rechtsextremistische Straftaten nahmen um 3,8 % zu und erreichten einen neuen Höchststand.
Die Angriffe auf Politiker verdoppelten sich nahezu: 2025 wurden 994 Fälle registriert, darunter vor allem Beleidigungen, üble Nachrede und Verleumdungen. Zehn Vorfälle wurden als gewalttätige Übergriffe eingestuft.
Auch die Gewalt gegen Einsatzkräfte nahm zu. Gegen Polizeibeamte gab es 246 Angriffe mehr als 2024, sodass die Gesamtzahl der Betroffenen auf 5.303 stieg. Rettungskräfte verzeichneten 13 zusätzliche Übergriffe, von denen 181 Mitarbeiter betroffen waren. Bei Feuerwehrleuten stieg die Zahl der gewalttätigen Vorfälle um acht auf insgesamt 23 Fälle im Jahr 2025.
Die Zahlen zeichnen ein zwiespältiges Bild für die Sicherheitsbehörden in Hessen. Zwar ist die Kriminalität insgesamt rückläufig, doch der deutliche Anstieg extremistischer Aktivitäten und der Gewalt gegen Amtsträger erfordert verstärkte Ressourcen. Die Behörden müssen diese gezielten Bedrohungen eindämmen, ohne die allgemeinen Präventionsbemühungen zu vernachlässigen.
