Hamburgs Dublin-Zentrum: Höhere Erfolgsquote, aber viele verschwinden vor Überstellungen
Finn FuchsDublin-Übergaben aus Hamburg erfolgreicher - Hamburgs Dublin-Zentrum: Höhere Erfolgsquote, aber viele verschwinden vor Überstellungen
Hamburgs Dublin-Zentrum in Rahlstedt – ein Jahr mit gemischter Bilanz
Seit einem Jahr ist das Dublin-Zentrum in Hamburg-Rahlstedt in Betrieb, doch die Behörden ziehen eine zwiespältige Bilanz. Die Einrichtung soll die Überstellungen von Asylsuchenden in andere EU-Staaten nach der Dublin-Verordnung beschleunigen. Doch es gibt weiterhin Bedenken wegen der geringen Umsetzungquote und der hohen Zahl von Personen, die vor den Überstellungen untertauchen.
Die Dublin-III-Verordnung sieht vor, dass Asylbewerber innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Einreise in den zuständigen EU-Staat zurückgeschickt werden können. 2023 stellte Hamburg 1.043 Überstellungsersuchen, von denen 656 bewilligt wurden. Tatsächlich durchgeführt wurden jedoch nur 312 Überstellungen – eine Erfolgsquote von 29,9 Prozent, die damit fast doppelt so hoch liegt wie der Bundesdurchschnitt von 14,9 Prozent.
Bundesweit beantragte Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 35.942 Überstellungen, von denen 23.912 genehmigt, aber nur 5.377 vollzogen wurden. Das Hamburger Zentrum, das ausschließlich alleinstehende erwachsene Männer ohne besonderen Schutzbedarf aufnimmt, beherbergte im vergangenen Jahr 201 Personen. Doch 81 von ihnen verschwanden spurlos – ein Problem, das Fragen nach der Durchsetzungskraft aufwirft.
Der Senat räumt zwar Fortschritte ein, warnt jedoch, dass die kurze Betriebsdauer des Zentrums eine abschließende Bewertung erschwere. Kritiker wie der AfD-Fraktionsvorsitzende Dirk Nockemann halten die Einrichtung für ein teures, aber wirkungsloses Unterfangen, solange sich die Umsetzung nicht deutlich verbessere.
Zwar verzeichnet Hamburgs Dublin-Zentrum höhere Erfolgsquoten als der Bundesschnitt, doch die Herausforderungen bleiben bestehen. Da viele Asylsuchende vor den Überstellungen fliehen, hat die Behörde weiterhin Schwierigkeiten, das System durchzusetzen. Der Senat beobachtet die Entwicklung des Zentrums weiter, das nun in sein zweites Betriebsjahr geht.
