30 December 2025, 04:09

Geflüchtete in Hessen kämpfen mit Geldkarte – und finden kreative Lösungen für **Bargeld**

Ein schwarzer Tisch mit einem Becher, einem weißen Kasten und verschiedenen Gegenständen vor einer Wand mit Taschen, Kartons und Stromanschlüssen auf einem Teppichboden.

Warum tauschen Wechselstuben Zahlungskarten für Flüchtlinge? - Geflüchtete in Hessen kämpfen mit Geldkarte – und finden kreative Lösungen für **Bargeld**

Geflüchtete in Hessen erhalten einen Großteil ihrer staatlichen Leistungen nun per Geldkarte statt in bar. Das System, das die Auszahlung von Hilfsgeldern vereinfachen soll, erschwert es vielen jedoch, in Läden wie Flohmärkten oder Secondhand-Geschäften einzukaufen. Als Reaktion darauf sind inoffizielle Wechselstuben entstanden, die dabei helfen, das Guthaben auf der Karte in Bargeld umzuwandeln.

Die Geldkarte wurde bis Mai 2025 in der landeseigenen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen vollständig eingeführt. Sie richtet sich an Asylsuchende und Menschen mit einer Duldung. Zwar funktioniert die Karte wie eine Debitkarte in ganz Deutschland, doch nicht alle Kommunen in Hessen haben sie übernommen – Hanau bildet hier eine Ausnahme.

Geflüchtete erhalten monatlich nur noch 50 Euro in bar, der Rest wird auf die Karte geladen. Diese Einschränkung begrenzt ihre Einkaufsmöglichkeiten, da viele bevorzugte Geschäfte wie Flohmärkte keine Kartenzahlungen akzeptieren. Um diese Lücke zu schließen, bieten Wechselstuben in Städten wie Offenbach nun einen zweimal wöchentlichen Service an: Geflüchtete kaufen mit ihrem Kartenguthaben Lebensmittelgutscheine und tauschen diese gegen Bargeld ein.

Ähnliche Dienstleistungen sind auch in anderen hessischen Städten entstanden, um den Geflüchteten mehr Flexibilität zu ermöglichen. Die Wechselstuben arbeiten zwar nicht offiziell, bieten aber eine praktische Lösung für alle, die Bargeld für den täglichen Bedarf benötigen.

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Das Geldkartensystem wird in Hessen weiter ausgebaut, auch wenn es noch nicht flächendeckend eingeführt ist. Die Wechselstuben füllen eine Lücke, indem sie Kartenguthaben in Bargeld umwandeln und es Geflüchteten so ermöglichen, dort einzukaufen, wo keine Kartenzahlung möglich ist. Bis auf Weiteres bleiben diese inoffiziellen Dienstleistungen für viele eine wichtige Notlösung.