18 January 2026, 06:26

Frankfurts Kirche wird zum sicheren Hafen für obdachlose Männer im Winter

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Straßenkreuzung in Frankfurt, Deutschland, das Menschen zeigt, die auf Bänken stehen und sitzen, Fahrzeuge auf der Straße, Gebäude mit Fenstern, Schilder, Pfosten, Bäume und einen bewölkten Himmel.

Allein auf Armee-Betten: Obdachlose suchen Zuflucht in der Kirche - Frankfurts Kirche wird zum sicheren Hafen für obdachlose Männer im Winter

Kirche im Frankfurter Bahnhofsviertel öffnet ihre Türen für obdachlose Männer

In der kalten Jahreszeit bietet eine Kirche im Frankfurter Bahnhofsviertel obdachlosen Männern Schutz vor Kälte und Obdachlosigkeit. Von Oktober bis März findet hier jede Nacht eine Unterkunft für bis zu 47 Menschen statt. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der Frankfurt mit steigender Obdachlosigkeit kämpft – allein Mitte Januar lebten fast 300 Menschen ohne festen Wohnsitz in der Stadt.

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In der Kirche erhalten die Männer Grundversorgung: Tee, Decken und Feldbetten sorgen für vorübergehende Linderung. Für Valeri, einen 37-jährigen Bulgaren, ist der Ort mehr als nur ein Schlafplatz – er beschreibt ihn als sicheren Hafen und Gemeinschaft. Auch Robi, ein 23-jähriger Rumäne, findet hier ein wenig Trost in schwierigen Zeiten. Seine gesamten Habseligkeiten – Decken, ein Schlafsack, Parfüm und Pralinen – trägt er in zwei Koffer mit sich. Wie viele andere vermisst er seine Familie und steht vor demselben Problem: Ohne feste Adresse oder Arbeit ist der Zugang zu Wohnraum und Sozialleistungen nahezu unmöglich.

Auch Fortes Erikson, ein 34-Jähriger von den Kapverden, sucht in der Kirche Schutz, während er nach Arbeit sucht. Derzeit steht die Notunterkunft nur Männern offen, da Frauen separate Einrichtungen nutzen können. Doch außerhalb dieser Mauern bleibt das Leben hart. Im Januar schliefen noch 66 Menschen auf Frankfurts Straßen. Manche verdingen sich nachts im Bahnhofsviertel mit illegalen Jobs, andere kämpfen nach dem Verlust ihrer Wohnung mit Drogenabhängigkeit.

Über den Winter hinaus bietet der Besondere Dienst 3 des Frankfurter Amts für Jugend und Soziales Unterstützung an. Die Einrichtung in der Mainzer Landstraße 315–321 ist die zentrale Anlaufstelle für Obdachlose und Familien und hilft ganzjährig bei der Unterbringung.

Die Winterhilfe der Kirche leistet wichtige Soforthilfe, doch die Herausforderungen für Frankfurts Obdachlose bleiben bestehen. Ohne stabile Wohnverhältnisse oder Arbeit sind viele weiterhin auf vorübergehende Lösungen angewiesen. Offizielle Hilfsangebote wie die in der Mainzer Landstraße versuchen, die Lücken zu schließen, wenn die kalten Nächte vorbei sind.