31 March 2026, 22:07

Experte warnt vor überstürzter Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland

Plakattext lautet "Flüchtlinge können Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und schließen sich lokalen Studenten in geführten Diskussionen an" mit Flüchtlingen im Hintergrund.

Experte warnt vor überstürzter Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland

Pläne zur Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland stoßen auf scharfe Kritik eines führenden Migrationsexperten. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, stellte Bundeskanzler Friedrich Merz' Vorschlag infrage, 80 Prozent der syrischen Geflüchteten innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückzuführen. Er warnte, das Ziel könnte falsche Erwartungen wecken und die anhaltenden Risiken in Syrien ignorieren.

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Bundeskanzler Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa hatten sich kürzlich auf einen Drei-Jahres-Zeitplan geeinigt, um die Mehrheit der syrischen Flüchtlinge in Deutschland zurückzuführen. Offizielle Zahlen zeigen, dass im März 2026 rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland lebten, von denen über 700.000 vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Kluth betonte, dass viele dieser Geflüchteten sich inzwischen ein Leben in Deutschland aufgebaut hätten – mit Arbeit, Studium und gesellschaftlichem Engagement.

Er verwies zudem auf die praktischen Herausforderungen einer Rückkehr nach Syrien. Große Teile des Landes seien weiterhin zerstört, mit zerbombten Wohnhäusern, maroder Infrastruktur und begrenzten Arbeitsmöglichkeiten. Zwar räumte Kluth ein, dass Syrien Wiederaufbau brauche, doch dürfe der humanitäre Schutz erst enden, wenn Rückkehrer keinerlei Bedrohungen mehr ausgesetzt seien und sicher leben könnten.

Kluth warnte außerdem, dass die Sicherheitslage in Syrien aufgrund anhaltender Gewalt im Norden und Nordosten des Landes nur schwer zu beurteilen sei. Er forderte einen ausgewogenen Ansatz, der sowohl das Wohl der Geflüchteten als auch die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarkts berücksichtige. Ohne klare Garantien für Sicherheit und Stabilität, so seine Befürchtung, könnten erzwungene Rückführungen unnötiges Leid verursachen.

Die Äußerungen des Experten fallen in eine Phase intensiver Debatten über die Flüchtlingspolitik, in der Deutschland humanitäre Belange gegen politische und wirtschaftliche Zwänge abwägt. Kluths Aussagen unterstreichen die Komplexität der Rückführung syrischer Geflüchteter. Der vorgeschlagene Drei-Jahres-Plan steht nun auf dem Prüfstand – sowohl in Bezug auf seine Machbarkeit als auch auf die möglichen Folgen für die Betroffenen. Die Diskussion dauert an, während Behörden die Risiken und Realitäten einer Rückkehr nach Syrien bewerten.

Quelle