Ex-R21-Autor Nils Hesse wechselt ins Klimaschutzministerium – während sein Thinktank unter Förderkritik steht
Nina WalterEx-R21-Autor Nils Hesse wechselt ins Klimaschutzministerium – während sein Thinktank unter Förderkritik steht
Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor des konservativen Thinktanks Republik 21 (R21), ist in eine Führungsposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz berufen worden. Die Personalie fällt in eine Phase, in der R21 wegen seiner Berechtigung für staatliche Fördergelder unter die Lupe genommen wird – Gelder, die der Thinktank seit 2025 erhält. Die 2021 in München gegründete Denkfabrik genießt Gemeinnützigkeitsstatus.
R21 hat vor allem durch seine kritische Haltung zur deutschen Energiewende Aufmerksamkeit erregt. Hesse, der nun die Abteilung „Redenschreiben und Strategische Kommunikation“ im Ministerium leitet, vertrat während seiner Tätigkeit für die Organisation ähnliche Positionen. Das Ressort steht derzeit unter der Führung von Katharina Reiche (CDU).
Zum Kuratorium des Thinktanks zählen namhafte Persönlichkeiten wie der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder. Auch Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, unterstützt R21. Trotz früherer Forderungen nach Kürzungen öffentlicher Mittel für politisch aktive NGOs nahm die Denkfabrik in diesem Jahr selbst staatliche Gelder an.
Ein von der Organisation Campact in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten wirft verfassungsrechtliche Bedenken gegen diese Förderung auf. Experten argumentieren, dass die deutliche parteipolitische Ausrichtung von R21 den Ausschluss von bis zu 500.000 Euro Bundesmitteln rechtfertigen könnte.
Hesses Berufung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über die Finanzierung und politische Haltung von R21. Während der Thinktank nun öffentliche Gelder erhält, zweifeln Kritiker an, ob seine Aktivitäten den Förderkriterien entsprechen. Die rechtlichen und politischen Folgen bleiben weiterhin Gegenstand der Prüfung.







