Europas Verteidigung braucht dringend Reformen – Schularicks radikale Forderungen
Finn FuchsEuropas Verteidigung braucht dringend Reformen – Schularicks radikale Forderungen
Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), fordert dringende Reformen in der europäischen Verteidigungspolitik. In einem aktuellen Interview mit Business Insider kritisierte er die ineffizienten Militärausgaben Deutschlands und plädierte für eine engere Zusammenarbeit auf dem Kontinent.
Schularicks Äußerungen fallen in eine Phase anhaltender Debatten über die Reform der europäischen Verteidigung. Seit 2025 gab es Fortschritte, etwa durch den 150-Milliarden-Euro-schweren SAFE-Fonds, der von 2026 bis 2030 Rüstungsprojekte fördert. Erörtert wird auch eine zweite Tranche des Fonds über Eurobonds – angetrieben von Sorgen über die Zuverlässigkeit der USA unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump.
Eine europäische nukleare Abschreckung, gestützt auf französische Kapazitäten, gewinnt an Unterstützung. Manfred Weber setzte sich Anfang 2026 für dieses Vorhaben ein. Gleichzeitig sucht das unter Keir Starmer geführte Großbritannien eine engere Anbindung an die EU und könnte nach einem gescheiterten Versuch 2025 erneut den Beitritt zum SAFE-Fonds anstreben. Auch Deutschland lotet Optionen für einen nuklearen Schutzschild mit internationalen Partnern aus.
Schularick betont, Europa müsse Abhängigkeiten verringern und seine Handlungsfähigkeit stärken. Er fordert grundlegende Reformen, darunter die Entwicklung modernster Technologien und eine intensivere Verteidigungskooperation der Mitgliedstaaten.
Der Reformdruck folgt auf Jahre zersplitterter Bemühungen, die EU-Verteidigung zu stärken. Mit Initiativen wie dem SAFE-Fonds und möglicher nuklearer Zusammenarbeit geht Europa Schritte in Richtung größerer militärischer Eigenständigkeit. Schularicks Kritik unterstreicht die Notwendigkeit klügerer Investitionen und gemeinsamer Strategien in einem unsicheren geopolitischen Umfeld.
