Was ist jungen Menschen in der Landtagswahl in MV wichtig - Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige in MV bei der Landtagswahl wählen
Zum ersten Mal werden in diesem Herbst 16- und 17-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern bei der Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Die Reform erweitert das Wahlrecht auf rund 25.000 Minderjährige – entsprechend früheren Schätzungen. Mit Blick auf die anstehende Wahl äußern sich junge Wählerinnen und Wähler sowie politische Expertinnen und Experten zu der Neuerung.
Die Entscheidung, das Wahlalter zu senken, stößt sowohl bei Jugendlichen als auch bei Fachleuten auf Zustimmung. Josef Köppe, ein 18-jähriger Erstwähler, hält die Reform für logisch: Schließlich dürften 16-Jährige bereits arbeiten und Steuern zahlen. Die 20-jährige politische Aktivistin Lucie Luther sieht darin ein Zeichen des Vertrauens in die jüngere Generation. Gleichzeitig fordert sie eine verständlichere politische Kommunikation – weniger Fachchinesisch, mehr Transparenz, um junge Menschen langfristig zu beteiligen.
Emma Müller, eine 17-Jährige, die sich in der Evangelischen Jugend engagiert, bereitet sich auf ihre erste Wahl vor, indem sie politische Talkshows verfolgt und Online-Quellen nutzt. Ihr Vorgehen zeigt, wie sich junge Wählerinnen und Wähler anders informieren als ältere Generationen.
Die Politikwissenschaftlerin Kira René Kurz begrüßt die Reform und argumentiert, sie könnte die Wahlbeteiligung langfristig steigern. Sie betont, dass demokratische Parteien die neuen Wählerinnen und Wähler aktiv einbinden müssten. Ina Bösefeldt, Geschäftsführerin des Landesjugendrings, pflichtet dem bei: Junge Menschen fühlten sich in politischen Debatten oft übergangen. Ohne ihre Perspektive, warnt sie, drohten Entscheidungen an ihren Bedürfnissen vorbeizugehen.
Bisher liegen keine spezifischen Daten dazu vor, wie 16- und 17-Jährige in anderen Bundesländern im Vergleich zu älteren Erstwählern abgestimmt haben. Zwar lag die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg 2026 bei insgesamt 69,6 bis 71,5 Prozent – eine Aufschlüsselung nach Altersgruppen fehlt jedoch.
Die Reform bringt etwa 25.000 junge Wählerinnen und Wähler für die Herbstwahl in Mecklenburg-Vorpommern an die Urnen. Ihre Teilnahme wird zeigen, ob die Senkung des Wahlalters die demokratische Teilhabe von Jugendlichen stärkt. Die politischen Akteure stehen nun vor der Aufgabe, diese neue Wählerschaft auf klare und zugängliche Weise anzusprechen.






