Enso übernimmt Tegut-Filialen und rettet ländliche Supermärkte vor der Schließung
Lara BraunEnso übernimmt Tegut-Filialen und rettet ländliche Supermärkte vor der Schließung
Eine neue Welle gemeindeorientierter Supermärkte breitet sich in Deutschland aus. Enso, ein genossenschaftlich organisierter Händler, plant die Übernahme von bis zu 36 Tegut-Filialen, nachdem Migros seinen Rückzug vom deutschen Markt angekündigt hat. Mit diesem Schritt sollen Lücken geschlossen werden, die große Handelsketten in unterversorgten ländlichen Regionen hinterlassen haben.
Das „Tante Enso“-Konzept des Unternehmens verbindet den Charme traditioneller Tante-Emma-Läden mit modernem Einzelhandel. Jeder Markt führt Bio- und Regionalprodukte neben bekannten Markenartikeln. Darüber hinaus fungieren die Filialen als lokale Anlaufstellen, die mehr bieten als nur Einkaufsmöglichkeiten.
Das Genossenschaftsmodell setzt voraus, dass sich ein bestimmter Prozentsatz der Anwohner beteiligt, bevor eine Filiale eröffnet wird. Mitglieder erhalten Rabatte sowie eine Tante-Enso-Karte, die ihnen rund um die Uhr Zugang zum Laden ermöglicht – auch außerhalb der Öffnungszeiten per Selbstbedienungskasse. Dieses Modell hat bereits in Orten wie dem Schweskauer Ortsteil von Lemgow die Versorgung gesichert, wo die Schließung eines Edeka-Marktes die Bewohner ohne nahen Supermarkt zurückgelassen hatte.
Mit fast 90 Tante-Enso-Filialen bundesweit setzt das Unternehmen nun auf kleinere Tegut-Standorte, die von größeren Käufern wie Edeka, Rewe oder Aldi übergangen wurden. Viele dieser Märkte liegen in Gebieten, in denen der nächste Supermarkt mindestens fünf Kilometer entfernt ist.
Die Übernahme der Tegut-Standorte wird Ensos Reichweite erweitern – insbesondere in ländlichen Regionen. Die Bewohner dort erhalten so wieder lokale Einkaufsmöglichkeiten, gestützt durch ein genossenschaftliches Modell. Der Schritt folgt auf die Entscheidung von Migros, den deutschen Markt zu verlassen, wodurch Dutzende Filialen für neue Betreiber frei wurden.






