Ein stiller Safe Space: Wie Kieler Studierende sich gegenseitig durchs Studium helfen
Nina Walter
Ein stiller Safe Space: Wie Kieler Studierende sich gegenseitig durchs Studium helfen
Im Erdgeschoss des Sokratesplatz 2 – nur einen kurzen Spaziergang vom studentischen Trubel der Kieler Uni entfernt – gibt es einen schmucklosen Raum, in dem Studierende der Sozialen Arbeit und Gesundheit an der HAW Kiel Rat holen, Probleme klären oder einfach mit Leuten reden können, die wissen, was sie durchmachen. Hier hat die Fachschaft Soziale Arbeit & Gesundheit ihren Sitz, die Fachschaftsvertretung des Bereichs, die als Bindeglied zwischen Studierenden und Dozierenden fungiert.
Hier sieht es ganz anders aus als in den offiziellen Uni-Büros. Der Raum ist schlicht: ein paar Tische, ein paar Stühle, ein schwarzes Brett, das mit Zetteln überquillt – Stellenangebote, Veranstaltungshinweise, hin und wieder eine hastig kritzelte Notiz über verlorene Schlüssel oder Mitfahrgelegenheiten. Niemand hält hier Vorlesungen, niemand lässt Formulare ausfüllen. Es ist einfach ein Ort, an dem man vorbeikommen kann, wenn man mit dem Stundenplan überfordert ist, Prüfungsstress hat oder manchmal einfach nicht versteht, wie das Studium überhaupt funktionieren soll.
Offiziell hat die Fachschaft dienstags und mittwochs von 11:45 bis 12:45 Uhr geöffnet, aber wer es zu diesen Zeiten nicht schafft, kann auch einfach eine E-Mail schreiben. Diejenigen, die den Laden schmeißen, sind selbst Studierende – gewählt, um Anliegen weiterzugeben, Dinge zu organisieren und manchmal einfach nur zuzuhören, wenn jemand eine harte Woche hinter sich hat.
Die Fachschaft wirbt nicht mit Plakaten oder Social-Media-Kampagnen. Die meisten erfahren von ihr durch andere Studierende. Es gibt genau zwei Online-Bewertungen – beide mit fünf Sternen –, aber es ist nicht der Ort, an dem sich die Massen drängen. Vielleicht liegt genau darin der Sinn: kein Hype, kein Drumherum, einfach ein unkomplizierter Anlaufpunkt für die, die ihn wirklich brauchen.
Wer im Studiengang ist (oder einfach neugierig darauf), findet die Fachschaft leicht. Das Sokratesplatz 2 liegt dort, wo die Sozialarbeit- und Gesundheitskurse stattfinden, und die Tür steht meist während der Öffnungszeiten offen. Keine Website, keine Telefonnummer – nur eine E-Mail-Adresse und ein Raum. In einer Uni, die manchmal recht unpersönlich wirken kann, ist das eine kleine, aber wichtige Sache. Jemand ist da. Mehr nicht.

