Eiderkrug am Schulensee: Ein verstecktes Juwel mit norddeutschem Charme und ungewisser Zukunft
Finn Fuchs
Eiderkrug am Schulensee: Ein verstecktes Juwel mit norddeutschem Charme und ungewisser Zukunft
Der Eiderkrug am Schulensee ist einer dieser Orte, von denen man nur durch jemanden erfährt, der schon einmal dort war. Er liegt etwas abseits an der Hamburger Chaussee, genau dort, wo Kiel allmählich in Molfsee übergeht, direkt am See, als wolle er gar nicht auffallen. Das Gebäude selbst ist nichts weiter als ein weißer Kasten, halb versteckt zwischen den Bäumen. Wenn das Wetter mitspielt, lädt der Blick über das Wasser dazu ein, länger zu bleiben – selbst wenn man eigentlich nur auf einen Kaffee vorbeigeschaut ist.
Drinnen dominieren Holzgebälk und stabile Tische, eine Atmosphäre, in der es nach richtigem Essen duftet – nicht nach Aufgewärmtem. Die Karte hält, was man erwartet: Schnitzel mit Butterkartoffeln, Labskaus für alle, die norddeutsch gestimmt sind, oder ein Fischbrötchen, wenn es etwas Einfaches sein soll. Die Portionen sind üppig – so üppig, dass man nach dem Essen meist noch eine Weile sitzen bleibt. Hier gewinnt niemand Preise für kulinarische Experimentierfreude, aber darum geht es den Gästen auch nicht.
Ob der Eiderkrug überhaupt noch geöffnet hat, ist unklar. Einige Seiten behaupten, er habe endgültig geschlossen, doch die Adresse – Hamburger Chaussee 349 – taucht weiterhin in lokalen Verzeichnissen auf, inklusive Telefonnummer (0431 659 2020). Öffnungszeiten sucht man vergeblich. Laut Erzählungen war es früher ein solider Ort für ein Mittag- oder frühes Abendessen, besonders an Wochenenden, wenn Radfahrer und Spaziergänger den See beleben.
Bewertungen, so man sie findet, fallen meist positiv aus – etwa vier Sterne. Gelobt werden die Lage (schlecht kann ein Essen am Wasser kaum sein) und die bodenständige, solide Küche. Die Kritikpunkte sind die üblichen: Der Service ist mal besser, mal schlechter, und hin und wieder hat die Küche einen schwächeren Tag. Das passiert in Lokalen, in denen die Hälfte der Gäste Stammkunden sind, die seit Jahren kommen.
Ob es dort noch die legendären Kieler Spareribs gibt, von denen alle schwärmten, ist ungewiss. Wer jedoch in der Nähe des Schulensees ist und Lust auf ein kleines Abenteuer hat, sollte vielleicht vorher anrufen. Solche Orte kündigen nicht immer an, ob sie geöffnet haben – sie sind es einfach oder nicht. Und manchmal sind genau das die besten.







