06 March 2026, 12:06

Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" zeigt Hanau-Aufarbeitung im Big House Neuwied

Ein Plakat zeigt eine Gruppe verzweifelter Menschen, einige schauen ängstlich nach oben, andere traurig nach unten, mit der Aufschrift 'Der Tod von Wolfe' unten, in gedämpften Farben, die eine melancholische Atmosphäre schaffen.

Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" zeigt Hanau-Aufarbeitung im Big House Neuwied

Öffentliche Vorführung des Dokumentarfilms "Das deutsche Volk" im Jugendzentrum Big House Neuwied

Am 20. März 2023 um 19:00 Uhr findet im Jugendzentrum Big House in Neuwied eine kostenlose öffentliche Vorführung des Dokumentarfilms "Das deutsche Volk" statt. Die Veranstaltung richtet sich besonders an junge Menschen und alle Bürgerinnen und Bürger, die den Film sehen und im Anschluss an einer Diskussion teilnehmen möchten. Durch den Abend führt Moderator Christopher Hoffmann.

Die Vorführung ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus und jährt sich zum dritten Mal seit dem rassistischen Anschlag von Hanau im Februar 2020.

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Der Film des Regisseurs Marcin Wierzchowski beleuchtet die Folgen des rechtsextremen Attentats in Hanau am 19. Februar 2020, bei dem ein Rechtsterrorist neun junge Menschen mit Migrationshintergrund ermordete. Über einen Zeitraum von vier Jahren begleitet der Dokumentarfilm Überlebende und Angehörige der Opfer, zeigt ihren Kampf mit Trauer und ihren Einsatz für Gerechtigkeit.

Zudem untersucht der Film, wie Behörden auf das Verbrechen reagierten und welche langfristigen Auswirkungen der Anschlag auf die Stadt hatte. Organisiert wird die Veranstaltung vom Jugendzentrum Big House in Kooperation mit dem Pastoralen Netzwerk Neuwied und den Schulsozialdiensten Neuwied.

Im Anschluss an die Vorführung haben die Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit, in einer moderierten Diskussion ihre Eindrücke zu teilen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen des Films sowie die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus.

Seit dem Anschlag von Hanau hat das öffentliche Bewusstsein für rechtsextreme Gewalt zugenommen. Angehörige der Opfer und Aktivistinnen wie Serpil Temiz Unvar – die die Bildungsinitiative Ferhat Unvar gründete – setzen sich für Veränderungen ein. Dennoch bleibt Frustration über allgegenwärtigen Alltagsrassismus, institutionelle Versäumnisse und den Aufstieg rechtsextremer Parteien wie der AfD, die bei der Landtagswahl in Hessen 2023 an Einfluss gewann.

Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, sich mit den Erkenntnissen des Films auseinandersetzen und über die anhaltende Präsenz von Rassismus in Deutschland zu diskutieren. Die Organisatoren hoffen, dass die Vorführung zu Reflexion und Austausch anregt. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Quelle