Die stille Macht der IB.SH: Wie Schleswig-Holsteins Landesbank im Hintergrund wirkt
Elias Hofmann
Die stille Macht der IB.SH: Wie Schleswig-Holsteins Landesbank im Hintergrund wirkt
Direkt am Wasser in Kiel, nur einen Steinwurf von der belebten Förde entfernt, liegt die Investitionsbank Schleswig-Holstein – oder kurz IB.SH, wie sie hier alle nennen. Keine grellen Werbeslogans, keine Filialaktionen, einfach eine Landesbank, die seit Jahrzehnten vor sich hinarbeitet und Projekte finanziert, die die meisten Geschäftsbanken nicht einmal anrühren würden. Ein kleines Unternehmen in Flensburg, das wachsen will, eine Gemeinde, die ihre Windräder modernisiert, ein Erstkäufer, der sich durch geförderte Kredite kämpft – hinter all dem steckt oft das Geld der IB.SH, auch wenn die meisten das gar nicht wissen.
Ihr Büro in der Zur Helling 5-6 ist etwa so spannend wie ein Steuerformular – modern, schlicht, eingeklemmt zwischen anderen maritimen und behördlichen Gebäuden. Kein prunkvoller Eingang, keine Neonschilder, nur eine Tür, die aussieht, als führe sie zu einer Versicherung. Drinnen geht es nicht um Girokonten oder Kreditkarten, sondern um niedrigverzinsliche Darlehen für Start-ups, Fördergelder für grüne Projekte, Beratung für Kommunen, die ihre Straßen sanieren oder etwas Neues aufbauen wollen. Der Ort, an dem ein Landwirt aus Dithmarschen vielleicht Geld für eine Biogasanlage bekommt oder ein Lübecker Tech-Start-up den Weg zu staatlich gestützten Investoren findet.
Der Unterschied zwischen der IB.SH und einer normalen Bank? Sie ist nicht da, um Gewinne zu machen. Ihre Aufgabe ist es, voranzubringen, was Schleswig-Holstein für wichtig hält – erneuerbare Energien, bezahlbaren Wohnraum, digitale Aufrüstung. Dinge, die Privatbanken oft links liegen lassen, weil sie zu riskant sind oder sich zu langsam rechnen. Das heißt aber nicht, dass alle sie lieben. Ihre Online-Bewertungen pendeln sich bei 3,9 von 5 Sternen ein – manche schwören auf sie, andere verheddern sich im Bürokratiedschungel oder scheitern an den Vorschriften. Das übliche Problem öffentlicher Einrichtungen: für die einen unverzichtbar, für die anderen ein Ärgernis.
Wer sich für ihre Leistungen interessiert, findet auf der Website, was angeboten wird – aber einfach vorbeischauen lohnt sich nicht, ein Termin ist Pflicht. Sie veröffentlichen nicht einmal ihre Öffnungszeiten, was schon etwas über ihre eigentliche Zielgruppe aussagt. Keine Chatbots, keine rund um die Uhr besetzte Hotline, nur eine Telefonnummer und ein Team, das sich wirklich mit staatlichen Fördermitteln auskennt.
Kiels Wirtschaft lebt vom Hafen, vom Schiffbau und einer wachsenden Grüntech-Szene – und die IB.SH ist ein Teil davon, auch wenn die meisten sie kaum wahrnehmen. Hier eröffnet man kein Sparkonto und feilscht nicht um Zinssätze. Hier fließt das Geld des Landes in das, was der Staat für wichtig hält – ohne Tamtam, ohne Hektik, einfach im stillen Trott der Entwicklungsfinanzierung. Manche Tage läuft es perfekt. An anderen ist es ein einziges Chaos. So ist das nun mal bei solchen Dingen.







