19 June 2026, 14:05

Die Linke diskutiert Gehaltsdeckel für Abgeordnete – ein Schritt zurück zu den Wurzeln?

Debatte über die Diät-Obergrenze in der Linkspartei

Die Linke diskutiert Gehaltsdeckel für Abgeordnete – ein Schritt zurück zu den Wurzeln?

Die Linke erwägt eine Obergrenze für die Diäten ihrer Abgeordneten, um sich stärker an ihren Werten als Arbeiterpartei zu orientieren. Die Debatte entstand nach einem Konflikt, der durch zwei Mitglieder ausgelöst wurde, die freiwillig auf einen Teil ihres Gehalts verzichteten. Die Parteiführung hofft, mit diesem Schritt ihre Verbundenheit mit den einfachen Wählern zu unterstreichen.

An Fahrt gewann die Diskussion, nachdem Ines Schwerdtner und Jan van Aken angekündigt hatten, auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten. Dies löste eine breitere Prüfung der Abgeordnetenvergütung innerhalb der Partei aus.

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Lothar Bisky und Klaus Ernst hatten in der Vergangenheit ihre offiziellen Diäten durch zusätzliche Parteimittel aufgebessert. Der aktuelle Vorschlag zielt darauf ab, eine Gehaltsgrenze für alle Abgeordneten der Linken auf dem nächsten Parteitag verbindlich festzulegen.

Gegner des Vorhabens argumentieren, eine solche Obergrenze könnte gutverdienende Kandidaten davon abhalten, unter dem Banner der Linken für ein Mandat zu kandidieren. Die ehemalige Parteivorsitzende Janine Wissler bezieht bereits nach Steuern und Abgaben ein deutlich reduziertes Nettoeinkommen.

Historisch gesehen akzeptierten die Vorgängerparteien der Linken, darunter die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), höhere Einkommen – trotz ihrer Arbeiterklasse-Basis. Die PDS war zwar im Bundestag vertreten, wurde im wiedervereinigten Deutschland aber oft wie ein Außenseiter behandelt. Die Italienische Kommunistische Partei (PCI) führte in den 1970er-Jahren strenge Gehaltsgrenzen für ihre Abgeordneten ein und könnte damit als Vorbild für die aktuelle Debatte der Linken dienen.

Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde die Obergrenze für alle Abgeordneten der Linken gelten. Sie soll die Solidarität mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Ausdruck bringen. Der Ausgang des Parteitags wird zeigen, ob die Regelung verbindlich wird.

Quelle