Die "Kiste" in Mettenhof: Wo Jugendliche einfach sie selbst sein dürfen
Lara Braun
Die "Kiste" in Mettenhof: Wo Jugendliche einfach sie selbst sein dürfen
Die Kiste – so nennt hier jeder das Haus der Jugend in der Hofholzallee – macht von außen nicht viel her. Keine großen Schilder, kein grelles Design, nur eine Tür in einer ruhigen Seitenstraße nahe dem Zentrum von Mettenhof. Drinnen aber herrscht genau das lebendige Chaos, das ein gutes Jugendzentrum ausmacht: der Klang des Tischkickers, Musik, die aus den Hinterzimmern dringt, Jugendliche, die sich über Spiele streiten oder einfach auf den Sofas lümmeln.
Geöffnet ist meist nachmittags und abends von Montag bis Freitag, sonntags im Winter auch am Nachmittag. Mal ist der Laden brechend voll mit Schulkindern, die nach dem Unterricht vorbeikommen, mal sitzen nur ein paar Leute da, basteln oder zocken. Es gibt zwar Workshops und Angebote, aber niemand zwingt einen zu einem festen Programm. Die Betreuer sind da, wenn man sie braucht, aber sie stehen nicht ständig über einem. Manchmal arbeiten sie mit Schulen an Projekten, doch es fühlt sich nie wie eine Verlängerung des Unterrichts an.
Spannend ist, wie selbstverständlich hier verschiedene Altersgruppen zusammenpassen. Kleine Kinder an den Basteltischen, Teenager in der Lounge, Ältere draußen, wenn das Wetter mitspielt. Keiner macht ein großes Ding daraus – keine Plakate über Vielfalt, keine erzwungenen Kennenlernspiele. Man kommt einfach rein, und es funktioniert. Manche sprechen Deutsch, manche nicht, manche sind Stammgäste, manche nicht. Es scheint niemanden zu stören.
Zu finden ist die Kiste leicht: Hofholzallee 280, direkt an der Bushaltestelle. Noch besser kommt man mit dem Rad, denn Parkplätze sind Mangelware. Die Öffnungszeiten sind unkompliziert: meist von 14 bis 19.30 oder 20 Uhr, sonntags im Winter nur von 15 bis 18 Uhr – dann wirkt der ganze Ort entspannter, fast wie ein Wohnzimmer. Eine Website gibt es wohl, aber die wird kaum aktualisiert. Eine Telefonnummer sucht man vergeblich. Hier geht es nicht um Likes oder Follower.
Mettenhof hat noch andere Jugendtreffs, aber viele wirken entweder zu offiziell oder zu provisorisch. Die Kiste bleibt einfach. Keine Leitbilder, kein Rebranding, kein Versuch, der nächste große Trend zu werden. Die Kids kommen, weil sie wollen, nicht weil es gerade „in“ ist. Und irgendwie reicht das, um den Ort am Laufen zu halten.







