Deutschland will 2.000 neue Windräder bis 2030 – auch in windschwachen Regionen
Nina WalterDeutschland will 2.000 neue Windräder bis 2030 – auch in windschwachen Regionen
Deutschland plant den Ausbau seiner Windkraftkapazität um zusätzliche 12 Gigawatt im Rahmen eines neuen Bundesförderprogramms. Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, bis 2030 rund 2.000 Windkraftanlagen zu errichten – auch in Gebieten mit schwächeren Windverhältnissen. Damit soll das langjährige regionale Ungleichgewicht bei der Erzeugung erneuerbarer Energien verringert werden.
Süddeutschland hinkt beim Ausbau der Windenergie den windreichen Regionen im Norden hinterher. Bayern etwa verzeichnet eine durchschnittliche Windausbeute von nur 55 Prozent, wobei drei Viertel der Anlagen in windschwachen Zonen stehen. Diese Disparität belastet die Region und trägt dazu bei, dass Deutschland die höchsten Strompreise Europas hat – Industriekunden zahlen in diesem Jahr rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde.
Schneiders Strategie sieht vor, das sogenannte "Referenzertragsmodell" beizubehalten, das die Förderung so anpasst, dass auch in windschwächeren Gebieten wirtschaftliche Betreiber möglich sind. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthält bereits Regelungen, um die finanzielle Unterstützung für diese Regionen zu stärken. Ohne solche Maßnahmen, argumentiert der Minister, würde eine Konzentration auf windstarke Standorte teure neue Stromtrassen erfordern, um die Energie quer durchs Land zu transportieren.
Kritiker warnen, dass hohe Windkraftkosten im Süden die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie weiter schwächen könnten. Doch das Ministerium betont, der Plan sorge für eine ausgewogenere Energieversorgung und vermeide übermäßige Infrastrukturinvestitionen.
Die geplante Ausschreibung für 12 Gigawatt neuer Kapazität soll den Bau von 2.000 Windrädern bis Ende des Jahrzehnts vorantreiben. Die Förderung wird weiterhin windschwache Regionen unterstützen, um regionale Unterschiede bei der Ökostromerzeugung zu verringern. Ziel der Politik ist es, die Energiekosten zu stabilisieren und die Windkraft über die klassischen windstarken Gebiete hinaus auszubauen.






