Deutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – nur noch 0,6 % für 2023
Lara BraunDeutsche Wirtschaftsforscher senken Wachstumsprognosen drastisch – nur noch 0,6 % für 2023
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre drastisch nach unten korrigiert. Der aktuelle gemeinsame Bericht, der am Mittwoch erscheinen soll, zeichnet ein weit düstereres Bild als frühere Vorhersagen. Als Gründe für den starken Einbruch werden steigende Energiekosten und die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs genannt.
In ihrer vorherigen Prognose hatten die Institute noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,3 % im Jahr 2023 und 1,4 % im Jahr 2024 gerechnet. Nun wurden diese Zahlen deutlich nach unten revidiert. Für 2023 wird nur noch ein Plus von 0,6 % erwartet – weniger als die Hälfte der ursprünglichen Schätzung.
Auch die Aussichten für 2024 haben sich verschlechtert. Statt eines Wachstums von 1,3 % sagen die Ökonomen nun lediglich einen Anstieg von 0,6 % voraus. Dies folgt auf einen Rückgang des tatsächlichen BIP um 0,2 % im Jahr 2024, wobei keine direkten Vergleiche mit internationalen Prognosen gezogen wurden.
Über den unmittelbaren Zeitraum hinaus bleibt die langfristige Vorhersage schwach. Bis 2027 wird das jährliche Wachstum voraussichtlich bei nur etwa 1 % liegen. Die Institute führen die Herabstufung vor allem auf stark gestiegene Öl- und Gaspreise sowie die wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Iran-Konflikt zurück.
Die überarbeiteten Zahlen markieren einen deutlichen Bruch mit der früheren Zuversicht. Angesichts steigender Energiekosten und geopolitischer Spannungen, die den Handel belasten, steht Deutschlands Wirtschaft eine längere Phase schwachen Wachstums bevor. Der vollständige Bericht mit den aktuellen Analysen der Institute wird am Mittwoch veröffentlicht.






