Deutsche fürchten hybride Angriffe – und fordern mehr Schutz vom Staat
Finn FuchsDeutsche fürchten hybride Angriffe – und fordern mehr Schutz vom Staat
Immer mehr Deutsche sorgen sich vor hybriden Bedrohungen – also Angriffen, die digitale Sabotage, Desinformation und physische Störungen kombinieren. Eine neue Umfrage zeigt tiefe Besorgnis über die Vorbereitung des Landes auf solche Herausforderungen. Viele fordern stärkere Abwehrmaßnahmen und klarere Schritte der Regierung.
Das Vertrauen der Bevölkerung in den Umgang mit hybriden Bedrohungen bleibt gering. Nur 32 Prozent der Deutschen glauben, dass die Bevölkerung auf solche Vorfälle vorbereitet ist. Das Vertrauen in die Institutionen fällt unterschiedlich aus: 56 Prozent halten die Polizei für gut gerüstet, doch das Vertrauen in die Bundeswehr liegt bei 47 Prozent, in das Gesundheitssystem gar nur bei 38 Prozent.
Die Umfrage offenbart zudem eine starke Nachfrage nach präventiven Maßnahmen. Eine Mehrheit von 63 Prozent unterstützt staatliche Aufklärungskampagnen, um die Bevölkerung über den Umgang mit hybriden Angriffen zu informieren. 75 Prozent wünschen sich erweiterte Überwachungsbefugnisse für Sicherheitsbehörden, und 61 Prozent fordern, dass die Bundesregierung die Verantwortlichen für solche Angriffe öffentlich benennt.
Bei der Frage nach Gegenmaßnahmen sind die Meinungen gespalten. Zwar befürworten 47 Prozent sogenannte "Hack-Back"-Operationen, bei denen die Bundeswehr gegen feindliche Hacker zurückschlagen würde – doch eine solche Vorgehensweise ist bisher weder rechtlich verankert noch offizielle Doktrin. Stattdessen setzen57 Prozentauf mehr Investitionen in die deutsche Sicherheitsindustrie, um die Abwehr zu stärken. Weitere45 Prozent* plädieren für regelmäßige bundesweite Übungen, um die Vorbereitung zu verbessern.
Als vertrauenswürdigste Informationsquellen gelten mit 82 Prozent die öffentlich-rechtlichen Sender, gefolgt von privaten TV- und Radiosendern mit 77 Prozent.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Die Deutschen wünschen sich wirksamere Schutzmechanismen gegen hybride Bedrohungen. Forderungen nach besserer Finanzierung, Aufklärungskampagnen und schärferer Überwachung spiegeln den Wunsch nach entschlossenerem Handeln wider. Doch ohne klare Linie zu cyberbasierten Gegenangriffen bleibt die Debatte über die beste Strategie weiter offen.
