Deutsche Firmen wollen heimische Cloud – doch US-Anbieter dominieren weiterhin
Nina WalterDeutsche Firmen wollen heimische Cloud – doch US-Anbieter dominieren weiterhin
Eine neue Umfrage zeigt: Deutsche Unternehmen bevorzugen heimische Cloud-Anbieter – doch die meisten setzen weiterhin auf US-Dienste. Die Ergebnisse unterstreichen wachsende Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von ausländischer Technologie und der Datensicherheit.
Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, Rechenleistungen online zu nutzen, ohne eigene Hardware verwalten zu müssen. Dennoch sind 85 Prozent der deutschen Führungskräfte der Meinung, dass das Land zu stark von amerikanischen Cloud-Anbietern abhängig ist. Aktuell nutzen 71 Prozent US-Dienste, obwohl nur 8 Prozent diese tatsächlich bevorzugen.
Eine deutliche Mehrheit von 91 Prozent würde lieber auf deutsche Anbieter setzen. Doch nur 53 Prozent tun dies derzeit. Viele wären bereit, für lokale Lösungen Kompromisse einzugehen: 25 Prozent würden längere Wartezeiten für neue Funktionen in Kauf nehmen, während 37 Prozent erhebliche Nachteile akzeptieren würden, um die Datenverarbeitung in Deutschland zu halten.
Nur 12 Prozent wären bereit, für einen deutschen Anbieter einen Aufpreis von 10 bis 20 Prozent zu zahlen. Gleichzeitig argumentieren 43 Prozent, dass es keine europäischen Alternativen gebe, die mit den Fähigkeiten der US-Konzerne mithalten könnten. Infolgedessen überdenken 64 Prozent der Unternehmen aufgrund der US-Regierungspolitik ihre Cloud-Strategien. Zudem fordern 80 Prozent den Aufbau deutscher oder europäischer Hyperscaler, um mit den globalen Marktführern konkurrieren zu können.
Die Umfrage belegt einen klaren Bedarf an heimischen Cloud-Lösungen in Deutschland. Die Unternehmen wünschen sich Alternativen, die mit dem Umfang und der Qualität der US-Anbieter Schritt halten können. Bis dahin setzen die meisten trotz ihrer Präferenzen weiterhin auf amerikanische Dienste.






