28 February 2026, 06:05

Dänemarks Apothekenreform: Mehr Filialen, weniger Unabhängigkeit und Millionenlasten bis 2025

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Apotheke in New Orleans, Louisiana, mit Hockern und Tischen mit Flaschen und Gegenständen im Vordergrund, Glasfenstern auf der rechten Seite und Text oben.

Dänemarks Apothekenreform: Mehr Filialen, weniger Unabhängigkeit und Millionenlasten bis 2025

Dänemarks Apothekenbranche durchläuft seit 2001 tiefgreifende Umbrüche – hin zu einem liberalisierten Markt bei gleichzeitig verschärften finanziellen Kontrollen. Die Reformen haben Eigentumsstrukturen verändert, die Zahl der Vertriebsstellen erhöht und neuen Wettbewerb eingeführt. Gleichzeitig muss die Branche bis 2025 Millionenüberschüsse aus vergangenen Jahren zurückzahlen.

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Die Marktöffnung der dänischen Apothekenlandschaft begann vor über zwei Jahrzehnten und setzte auf Wettbewerb statt auf die Stärkung bestehender Strukturen. Statt traditionelle Apotheken zu fördern, ermöglichte die Regierung neuen Akteuren den Markteintritt. Bereits 2004 drängten Handelsketten mit rezeptfreien Medikamenten aggressiv in den Markt.

Seither ist die Zahl der Apothekenfilialen von 76 auf 301 gestiegen, wobei sich die meisten Neueröffnungen in Städten wie Kopenhagen konzentrieren. Viele klassische Apotheken mussten jedoch schrumpfen, um Platz für kleinere, seit 2015 eingeführte Rezeptabgabestellen zu machen. Gleichzeitig ging die Zahl unabhängiger Inhaber zurück – von 220 im Jahr 2001 auf nur noch 167 Ende 2023.

Auch die Eigentumsregeln wurden strenger: Apothekenbesitzer müssen nun bis zum 70. Lebensjahr arbeiten und dürfen ihr Geschäft nur zum Buchwert veräußern – was Gewinnmöglichkeiten ausschließt. Zudem veränderten der Ausbau von Selbstbedienungsstellen für rezeptfreie Medikamente und Medikamentenabholstationen, die von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) statt von voll ausgebildeten Apothekern betrieben werden, das Branchenbild nachhaltig.

Die finanzielle Belastung der Branche wächst weiter: Ab 2025 müssen Apotheken über die nächsten 20 bis 30 Jahre 490 Millionen dänische Kronen (rund 66 Millionen Euro) zurückzahlen – eine sogenannte "Branchenabgabe", die auf frühere Übergewinne zurückgeht. 2023 verwaltete eine durchschnittliche Apothekenleitung bereits 3,10 Standorte (2015: 1,95), ein Zeichen für die voranschreitende Konzentration.

Die Reformen haben Dänemark mehr Apothekenstandorte, aber weniger unabhängige Inhaber beschert. Strengere Finanzvorgaben, Rückzahlungspflichten und der Druck durch Handelsketten prägen nun die Branche. Während weitere Änderungen absehbar sind, bleibt die Balance zwischen Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit die zentrale Herausforderung.