06 March 2026, 02:05

Chemnitzer Friedenstein vereint Hunderte für Mahnung und Hoffnung nach 1945

Eine Gedenktafel an einer Wand mit Fotos von Individuen und Text, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Chemnitz gedenkt der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg - Chemnitzer Friedenstein vereint Hunderte für Mahnung und Hoffnung nach 1945

Hunderte versammelten sich am Wochenende in Chemnitz, um den 25. Friedenstein zu begehen und der Zerstörung der Stadt im Jahr 1945 zu gedenken. Die Veranstaltung umfasste Märsche, Reden und einen Gedenkakt unter dem Motto "Bleibt standhaft für den Frieden". Die Teilnehmer ehrten die Opfer des Luftangriffs vom 5. März und riefen zugleich zu Toleranz und Dialog in der heutigen Welt auf.

Die Gedenkfeiern begannen mit einem ökumenischen Friedensgottesdienst in der St.-Jacobi-Kirche. Wie jedes Jahr läuteten in Chemnitz die Glocken der Kirchen, um an den Jahrestag der Bombardierung 1945 zu erinnern. Auf dem städtischen Friedhof legten Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD), der sächsische Landtagspräsident Alexander Dierks (CDU) sowie lokale Schülerinnen und Schüler Kränze für die Opfer des Angriffs nieder.

Am Neumarkt brachten Anwohner persönliche Friedenswünsche auf einem großen Holzkreuz an. Oberbürgermeister Schulze wandte sich an die Menge und warnte: "Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, Frieden ist zerbrechlich." Er rief die Bürger auf, sich für Demokratie, Menschlichkeit und offenen Dialog einzusetzen.

Ein Marsch durch die Innenstadt zählte bis zu 400 Teilnehmer auf seinem Höhepunkt. Neben traditionellen linksgerichteten und pazifistischen Gruppen beteiligten sich auch konservative und rechtspopulistische Stimmen – insbesondere bei Protesten gegen Wehrpflicht und Militarisierung. Ehemalige PEGIDA-Anhänger und antimilitaristisch geprägte Libertäre reihten sich ein in die langjährigen Friedensaktivisten von "Die Linke" und lokalen Netzwerken, was eine Verschiebung im politischen Spektrum der Teilnehmer seit 2024 widerspiegelt.

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Das Programm umfasste zudem Informationsstände, Lesungen und Livemusik. Familien nahmen an interaktiven Angeboten teil, während am Karl-Marx-Monument eine separate Kundgebung gegen Militarisierung stattfand.

Der 25. Chemnitzer Friedenstein brachte vielfältige Stimmen zusammen, um über die Geschichte nachzudenken und sich für eine friedliche Zukunft einzusetzen. Die Aktivitäten reichten von feierlichen Ehrungen bis zu öffentlichen Debatten und zeigten sowohl die historische Prägung der Stadt als auch aktuelle Appelle für Verständigung. Die Veranstalter betonten die Notwendigkeit, wachsam für die Bewahrung demokratischer Werte zu bleiben.

Quelle