03 March 2026, 18:01

Timothée Chalamets Schnauzer in Marty Supreme bringt einen vergessenen Trend zurück

Ein altes Foto eines Mannes mit Schnurrbart und Bart, der einen Anzug und eine Krawatte trägt und direkt in die Kamera schaut.

Timothée Chalamets Schnauzer in Marty Supreme bringt einen vergessenen Trend zurück

Timothée Chalamets schmales Oberlippenbärtchen in Marty Supreme bringt einen einst abflauenden Trend zurück in die Diskussion. Für seine Rolle als Marty Mauser, ein tischtennisbegeisterter Außenseiter im New York der 1950er-Jahre, ließ sich der Schauspieler den dezenten Schnurrbart wachsen. Doch selbst lange nach Drehende ist der Look geblieben – ein Hinweis darauf, dass es sich vielleicht um mehr als nur eine Kostümentscheidung handelt.

Sein lässiger, leicht unperfekter Schnauzer hebt sich deutlich von den akribisch gestylten Varianten vergangener Zeiten ab. Während Hollywoods Leading Men mit ähnlichen Looks experimentieren, könnte Chalamets Interpretation schon bald die Frühlings-Pflegetrends prägen.

Erstmals zu sehen war der Schnurrbart, als Chalamet sich auf Marty Supreme vorbereitete, das Regiedebüt von Josh Safdie ohne seinen Bruder Benny. Der im Lower East Side der 1950er-Jahre angesiedelte Film erzählt von einem unkonventionellen Protagonisten – und die zurückhaltende Gesichtsbehaarung des Schauspielers passt perfekt zum Ästhetik der Epoche. Anders als die markanten, maskulinen Schnauzer der 1980er, etwa Tom Sellecks in Magnum oder Freddie Mercurys extravagante Variante, wirkt diese Version bewusst unaufdringlich.

In den 1990ern und 2000ern gerieten Schnurrbärte aus der Mode, oft assoziiert mit veralteten oder schurkenhaften Klischees. Filme wie Der Teufel trägt Prada zementierten das Bild, sie gehörten zu einer älteren, weniger stylischen Generation. Doch ab den 2010ern brachten ironische Hipster-Kultur, die Movember-Kampagnen und Stars wie Post Malone oder Harry Styles den Trend zurück. Heute steht der Schnauzer für Spieltrieb, Aktivismus und die Ablehnung starrer Geschlechterrollen.

Chalamets Herangehensweise spiegelt diesen modernen Wandel wider. Sein Schnurrbart ist nicht perfekt geformt, sondern wirkt natürlich, fast ein wenig ungepflegt. Das entspricht einem größeren Trend unter jungen Schauspielern wie Justin Bieber, Paul Mescal oder Jacob Elordi, die weichere, weniger glatte Stile bevorzugen. Der Reiz liegt in der geringen Verpflichtung – schnell gewachsen, schnell wieder entfernt – ideal für alle, die permanente Pflegeentscheidungen scheuen.

Gleichzeitig deutet der Look klassische Männlichkeit für das heutige Publikum neu. Während frühere Jahrzehnte Entschlossenheit oder Perfektion verlangten, feiert die neue Welle bewusst Unvollkommenheit. Chalamets Schnauzer dominiert nicht sein Gesicht, sondern ergänzt es und bietet so eine zeitgemäße Variante eines Vintage-Stils.

Dass der Schnurrbart seinen ursprünglichen Zweck überdauert hat, deutet darauf hin, dass er über den Film hinaus Anklang findet. Seine entspannte, unprätentiöse Art spiegelt einen kulturellen Wandel hin zu fließenderen, experimentelleren Pflegetrends wider. Sollte sich der Trend durchsetzen, könnte er den Platz des Schnauzbarts in der modernen Mode neu definieren – vom Nischen-Revival zum Mainstream-Phänomen.

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