03 March 2026, 16:54

Bundesweite Razzia gegen Hasskriminalität: 140 Durchsuchungen an einem Tag

Ein Mann im Anzug und mit Krawatte steht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon und spricht vor einer Menge mit einem Banner im Hintergrund, möglicherweise als Reaktion auf ein Regierungverbot von Social Media.

Aufruf zu Straftaten im Internet: Razzia - Bundesweite Razzia gegen Hasskriminalität: 140 Durchsuchungen an einem Tag

Deutsche Behörden haben in allen 16 Bundesländern eine großangelegte Razzia gegen Hasskriminalität im Internet gestartet. Die vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierte Aktion umfasste an einem einzigen Tag mehr als 140 Durchsuchungen und Vernehmungen. Im Fokus der Ermittler standen Personen, die beschuldigt werden, zu Gewalt gegen schutzbedürftige Gruppen aufgestachelt zu haben – darunter Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen.

Die bundesweite Operation erfolgte nach Vorwürfen wegen illegaler Online-Inhalte, wobei jedes Bundesland eigene Ermittlungen durchführte. In Hessen konzentrierte sich die Polizei auf zehn Verdächtige im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, die in Städten wie Frankfurt am Main und Hanau leben. Ihnen wird vorgeworfen, gewalttätige Drohungen gegen politische Gegner, Geflüchtete und Menschen mit Behinderungen verbreitet zu haben.

In Schleswig-Holstein geriet ein Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde in den Fokus der Ermittler. Er soll im Juni 2024 auf einer Streaming-Plattform einen fremdenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Kommentar gepostet haben, in dem er einen Messerangriff in Mannheim thematisierte. Bei einer richterlich genehmigten Durchsuchung beschlagnahmten Beamte sein Mobiltelefon als Beweismittel.

Mit der Aktion sollte ein deutliches Signal gesetzt werden: Straftaten im Netz haben reale Konsequenzen. Die Behörden betonten, dass illegale Hetze – egal ob gegen Minderheiten, Migranten oder andere Gruppen – nicht toleriert werde.

Die Razzia stellt eine der größten koordinierten Maßnahmen Deutschlands gegen Hass im Netz dar. Mit über 140 laufenden Ermittlungsverfahren unterstreichen die Behörden ihren Willen, digitale Verantwortung durchzusetzen. Den Beschuldigten drohen nun mögliche Anklagen wegen Volksverhetzung und weiterer Straftatbestände.

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