Bundesnetzagentur stärkt Cyberabwehr: Neues Rahmenwerk für Energiesektor
Nina WalterBundesnetzagentur stärkt Cyberabwehr: Neues Rahmenwerk für Energiesektor
Bundesnetzagentur verschärft Cyberabwehr im Energiesektor
Die Bundesnetzagentur baut ihre Maßnahmen zur Cybersicherheit im Energiebereich aus. Ein neues, vom Fraunhofer-Institut IOSB-AST entwickeltes Rahmenwerk soll Sicherheitsvorfälle künftig systematischer bewerten helfen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über digitale Bedrohungen für kritische Infrastrukturen.
Die Behörde benötigte eine strukturierte Methode zur Auswertung von Cybersicherheitsmeldungen. Das Fraunhofer IOSB-AST entwarf daraufhin ein Verfahren, das Datenerfassung, Voranalyse und umfassende Risikobewertungen umfasst. Das Rahmenwerk führt zudem ein Klassifizierungssystem sowie ein dreistufiges, risikobasiertes Modell für Vorfälle ein.
Die Studie untersucht, ob ein einzelner Cyberangriff das Energiesystem destabilisieren könnte. Trifft dies zu, könnte der Vorfall nach den neuen Regeln als schwerwiegend eingestuft werden. Die Methodik basiert auf bestehenden europäischen Praktiken und nutzt das deutsche Marktstammdatenregister als zentrale Datenquelle.
Mit der aktualisierten NIS-2-Richtlinie erhält die Bundesnetzagentur erweiterte Befugnisse zur Bewertung von Cyberbedrohungen. Fachleute warnen seit Langem vor Risiken durch ferngesteuerte Wechselrichter und vernetzte Energiemanagementsysteme. Die Behörde wird das Rahmenwerk nun testen – eine spätere Ausweitung auf untere operationelle Ebenen ist denkbar.
Das neue System zielt darauf ab, die Reaktion auf Vorfälle in deutschen Energienetzen zu verbessern. Es bietet klarere Kriterien für die Einstufung und Bewertung von Cybersicherheitsrisiken. Nach der Umsetzung könnte das Rahmenwerk zum Standard für weitere Betriebsprozesse werden.






