19 March 2026, 16:15

Boryszew schließt zwei Werke – 400 Jobs in Sachsen-Anhalt bedroht

Detailiertes technisches Zeichnung einer Fabrik mit ausgedehnten Rohrleitungen, Schornsteinen, Kaminen und Maschinen, versehen mit erklärendem Text.

Kein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew schließt zwei Werke – 400 Jobs in Sachsen-Anhalt bedroht

Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt, wird seine Werke in Gardelegen und Idar-Oberstein bis Dezember schließen. Das Unternehmen, das Innenraumkomponenten für Fahrzeuge herstellt, kämpft seit Langem mit nachlassender Nachfrage und gescheiterten Investitionsverhandlungen. Durch die schrittweise Einstellung der Produktion sind nun über 400 Arbeitsplätze gefährdet.

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Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer bestätigte die Schließung nach monatelanger Suche nach neuen Investoren. Verhandlungen mit potenziellen Käufern waren im Mai 2023 gescheitert – vor allem wegen der schwächelnden deutschen Automobilbranche. Wirtschaftliche Abschwungphasen, Lieferkettenprobleme und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge, die andere Innenraumkonzepte erfordern, haben die Nachfrage nach den Produkten von Boryszew deutlich sinken lassen.

Die Produktion wird zwar noch bis Jahresende aufrechterhalten, doch die Zukunft der Belegschaft bleibt ungewiss. Am Standort Gardelegen sind 330 Mitarbeiter beschäftigt, in Idar-Oberstein etwa 100. Beide Belegschaften wurden bereits über die geplante Schließung informiert.

Boryszew, ein wichtiger Zulieferer der Volkswagen Gruppe, verzeichnet seit geraumer Zeit einen kontinuierlichen Rückgang der Aufträge. Zudem haben Forschungen zu emissionsarmen Innenraummaterialien die Branchenanforderungen verändert. Ohne langfristige Verträge konnte das Unternehmen den Betrieb nicht mehr aufrechterhalten.

Mit der Schließung endet die Produktion von Boryszew in Deutschland bis spätestens Ende 2025. Die Beschäftigten bleiben zwar bis Dezember angestellt, doch ihre Perspektive danach ist unklar. Die Entscheidung spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen die deutsche Automobil-Zuliefererkette steht – insbesondere für traditionelle Hersteller von Innenraumkomponenten.

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