03 March 2026, 11:38

Boostedt vor Umbruch: Bundeswehr fordert Rantzau-Kaserne zurück – was wird aus 1.250 Plätzen?

Ein detaillierter alter Stadtplan von Schleswig-Holstein, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Text enthält, der Informationen über die Bevölkerung, Straßen und Sehenswürdigkeiten der Stadt bereitstellt.

Land sucht Lösungen für Aktivitäten in Boostedt - Boostedt vor Umbruch: Bundeswehr fordert Rantzau-Kaserne zurück – was wird aus 1.250 Plätzen?

Boostedt, einst ein wichtiger Militärstandort des Kalten Krieges in Schleswig-Holstein, steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Die Bundeswehr will die Rantzau-Kaserne zurückfordern. Aktuell beherbergt das Gelände drei zentrale Landesinstitutionen – doch der wachsende Bedarf der Streitkräfte zwingt zu raschen Lösungen, bevor die Mietverträge 2028 auslaufen. Landesbeamte und lokale Verantwortliche arbeiten nun unter Hochdruck an Alternativen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Entscheidung der Bundeswehr, die Rantzau-Kaserne wieder in Besitz zu nehmen, setzt die Landesregierung Schleswig-Holsteins unter Zugzwang. Auf dem Gelände sind derzeit eine Landesaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, eine Ausbildungsstätte des Justizvollzugs und ein Lager des Katastrophenschutzes untergebracht – eine Konstellation, die nach Ablauf der Verträge am 30. November 2028 nicht fortgeführt werden kann. Die Zeit für Planungen wird knapp.

Alleiner die Aufnahmeeinrichtung beschäftigt über 120 Mitarbeiter:innen und bietet derzeit rund 580 Menschen Platz, bei einer Kapazität von bis zu 1.250 Plätzen. Parallel überarbeitet das Integrationsministerium seine Standortstrategie und strebt bis Sommer 2025 eine gesicherte Lösung an. Notfallpläne sollen sicherstellen, dass Geflüchtete und Beschäftigte möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Boostedts Bürgermeister Hartmut König plädiert dafür, die Einrichtungen innerhalb der Gemeinde zu halten. Falls die Kaserne verloren geht, will er das bestehende Modell an einem anderen Standort im Ort replizieren. Justizministerin Kerstin von der Decken verhandelt unterdessen über die Zukunft der Vollzugsausbildung, während Innenministerin Magdalena Finke mit der Bundeswehr über das Katastrophenschutzlager im Gespräch ist.

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Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass in Schleswig-Holstein nur die Rantzau-Kaserne zusätzlich für militärische Zwecke reaktiviert wird. Die Landesbehörden prüfen derzeit separate Umzugsoptionen – die Gespräche laufen, um die militärische Expansion mit den lokalen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

Bis zum Stichtag 2028 muss das Land neue Lösungen für seine Boostedter Standorte gefunden haben. Das Integrationsministerium will sein überarbeitetes Standortkonzept bis Sommer 2025 vorlegen, während die Verhandlungen mit der Bundeswehr weitergehen. Im Fokus steht, praktikable Alternativen für Beschäftigte, Geflüchtete und Einsatzkräfte zu schaffen – und die Folgen des Umbruchs abzufedern.