23 February 2026, 20:11

Biogasbranche vor dem Kollaps: Warum 10.000 Anlagen bis 2031 stillstehen könnten

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Biomasse von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datendetails bereitstellt.

Biogasbranche vor dem Kollaps: Warum 10.000 Anlagen bis 2031 stillstehen könnten

Deutschlands Biogasbranche steht vor tiefgreifenden Umbrüchen, da in den nächsten fünf Jahren zentrale Fördergelder auslaufen. Aktuell erzeugen rund 10.000 Anlagen 95 Terrawattstunden Energie – doch viele könnten bis 2031 stillgelegt oder umstrukturiert werden. Neue Vorschriften und sinkende Erträge zwingen die Betreiber, sich anzupassen oder nach Alternativen zu suchen.

Seit 2006 haben staatliche Subventionen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Betrieb von Biogasanlagen gestützt, allein in Schleswig-Holstein laufen etwa 1.300 davon. Doch ab 2026 endet für viele die 20-jährige Förderung – in der Region droht dann rund 700 kfw förderungen die Stilllegung. Bundesweit könnte die Welle der Ausläufe bis 2031 sogar bis zu 10.000 Anlagen treffen.

Um wirtschaftlich zu bleiben, müssen die Betreiber nun in Ausschreibungsverfahren konkurrieren und gleichzeitig strengere Umweltauflagen erfüllen. Geprüft werden Modernisierungen wie die Leistungssteigerung der Anlagen oder eine flexiblere Fahrweise, um den Energiebedarf besser abzudecken. Besonders in Phasen mit wenig Wind- und Solarstrom kann Biogas dann Versorgungslücken schließen.

Neue Geschäftsmodelle sollen den Fortbestand sichern: Manche setzen auf die Einspeisung von Biomethan ins Gasnetz, die Produktion von komprimiertem Erdgas (CNG) als Kraftstoff oder kleinere Blockheizkraftwerk-Satelliten. Gleichzeitig verschiebt sich die Förderung hin zu Alternativen wie Gülle statt Mais – dessen Einsatz wird auf 25 Prozent gedeckelt, um die CO₂-Bilanz zu verbessern.

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Zusätzlichen Druck übt der Boom großer Batteriespeicher aus: Werden diese für die Langzeitspeicherung von Energie immer kostengünstiger, wächst die Konkurrenz für Biogasanlagen auf dem Markt.

Das Auslaufen der EEG-Förderung wird viele Betreiber zwingen, ihr Geschäft neu auszurichten – oder ganz aufzugeben. Besonders in ländlichen Regionen könnten Stromerzeugung und Wärmeversorgung ins Stocken geraten, wenn Anlagen stillgelegt werden. Wer sich anpasst, könnte neue Chancen nutzen, doch die Zukunft der Branche hängt davon ab, wirtschaftliches Überleben und sich wandelnde Energiepolitik in Einklang zu bringen.