Berliner Wahlkampf: AfD nutzt Messerattacken als zentrales Thema vor der Abstimmung
Lara BraunBerliner Wahlkampf: AfD nutzt Messerattacken als zentrales Thema vor der Abstimmung
Messattacken in Berlin sind vor den anstehenden Wahlen zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. Die rechtspopulistische AfD fordert mehr Transparenz und wirft der Koalitionsregierung vor, wichtige Details zurückzuhalten. Neue Zahlen belegen einen Anstieg der Gewalt: Allein 2024 wurden 3.412 Messerangriffe registriert.
Die Partei hat eigens eine digitale Anwendung entwickelt, die "Messer-App", mit der polizeilich erfasste Straftaten dieser Art in der Stadt dokumentiert und angezeigt werden sollen.
Laut Polizeistatistiken gab es 2024 einen Anstieg der Messerattacken um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verzeichnete Berlin 3.599 Vorfälle, doch eine offizielle Aufschlüsselung, wie viele davon zu Verurteilungen führten, existiert nicht. Nur vereinzelte Fälle – wie ein tödlicher Messerangriff in der U-Bahn 2024 oder eine Verurteilung 2026 nach einer Attacke in der Nähe des Holocaust-Mahnmals – sind öffentlich dokumentiert.
Die AfD behauptet, die Regierung verschleiere Informationen, indem sie die Nationalitäten der Tatverdächtigen nicht veröffentlicht – eine Praxis, die in den meisten anderen Bundesländern üblich ist. Fraktionschefin Kristin Brinker argumentiert, ein Vergleich zwischen Polizeiberichten und der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zeige eine besorgniserregende Lücke. Die Partei besteht darauf, dass ihre neue App, die Angriffsorte und Verletzungen kartiert, die Behörden zu mehr Offenheit zwingen werde.
Unterdessen ist auch die Schusswaffengewalt gestiegen: 2025 verzeichnete die Statistik einen Anstieg von Feuerstraftaten um 68 Prozent. Als Reaktion haben Polizei und Staatsanwaltschaften spezielle Ermittlungseinheiten eingerichtet, und in besonders gefährdeten Gebieten gelten mittlerweile drei Messer-Verbotszonen.
Die AfD-Kampagne fällt in eine Zeit, in der Berlin zu den wenigen Regionen gehört, die in Berichten über Messerangriffe keine Angaben zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen machen. Die Partei argumentiert, ohne diese Daten könne die Öffentlichkeit das Ausmaß des Problems nicht vollständig einschätzen.
Der Vorstoß der AfD für mehr Transparenz hat die Debatte um Messerattacken in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs gerückt. Die Behörden haben bereits verschärfte Maßnahmen ergriffen, darunter waffenfreie Zonen und spezialisierte Polizeieinheiten. Dennoch bleiben Fragen offen: Wie viele Angriffe führen tatsächlich zu Anklagen? Und werden weitere Daten öffentlich zugänglich gemacht?






