Bauwirtschaft 2024: Wachstum im Wohnungsbau, aber steigende Materialkosten bremsen die Branche
Nina WalterBauwirtschaft 2024: Wachstum im Wohnungsbau, aber steigende Materialkosten bremsen die Branche
Bauwirtschaft zeigt gemischte Entwicklung im frühen Jahr 2024
Die Bauwirtschaft verzeichnete zu Beginn des Jahres 2024 eine uneinheitliche Entwicklung: Während einige Bereiche wachsen, kämpfen andere mit steigenden Kosten. In den ersten vier Monaten stiegen die Neuaufträge im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent, doch die Materialpreise zogen stark an. Dies stellt Unternehmen der Branche vor Herausforderungen.
Im April glänzte der Wohnungsbau als stärkster Sektor. Sowohl die Umsätze als auch die Neuaufträge legten zu – um 7,1 bzw. 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit war er der einzige Bereich des Nichtwohnungsbaus, der in beiden Kategorien Wachstum verzeichnete.
Auch der Gewerbebau trug im April zum Umsatzplus bei und verbuchte ein nominales Wachstum von 6,8 Prozent. Die Neuaufträge in diesem Segment stiegen leicht um 2,6 Prozent. Der öffentliche Bau verzeichnete einen Umsatzanstieg von 5,3 Prozent, wobei staatliche Stellen 2,2 Prozent mehr Aufträge als im März vergaben. Der Tiefbau spielte eine zentrale Rolle für die Umsatzentwicklung in allen drei Hauptsegmenten.
Insgesamt blieben die kumulierten Umsätze von Januar bis April im Vergleich zu 2023 unverändert. Die Kosten stiegen jedoch deutlich. So kletterten die Bitumenpreise im Mai 2026 um 31,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr – vor allem wegen des Konflikts in der Straße von Hormus. Auch Holz, Metalle, mineralische Baustoffe und Transportbeton wurden spürbar teurer.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, forderte schnellere Maßnahmen. Er betonte die Notwendigkeit einer zügigen Freigabe von Infrastrukturmitteln und beschleunigter Genehmigungsverfahren, um die Branche zu entlasten.
Die Bauwirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: steigende Materialkosten und ungleichmäßiges Wachstum in den verschiedenen Segmenten. Zwar zeigen Wohnungsbau und Tiefbau positive Trends, doch die Gesamtumsätze bleiben stabil. Die Forderung nach schnelleren Infrastrukturinvestitionen unterstreicht den Anpassungsdruck auf die Unternehmen.

