Bauarbeiter entdeckt riesigen Münzschatz aus dem 14. Jahrhundert in Glottertal
Nina WalterBauarbeiter entdeckt riesigen Münzschatz aus dem 14. Jahrhundert in Glottertal
Bauarbeiter in Glottertal entdeckt einen der größten mittelalterlichen Münzschätze der letzten Jahrzehnte
In Glottertal hat ein Bauarbeiter einen der größten mittelalterlichen Münzfunde der vergangenen Jahrzehnte gemacht. Die Entdeckung, die Anfang 2024 gelang, umfasst etwa 1.600 Silbermünzen aus der Zeit um 1320 n. Chr. Experten zufolge könnte der Schatz neue Erkenntnisse über Handel, Bergbau und politische Umbrüche in der Region liefern.
Unabhängig davon stieß in Sachsen-Anhalt im März 2024 ein ehrenamtlicher Denkmalschützer auf zehn seltene Silbermünzen aus dem 12. Jahrhundert. Beide Funde unterstreichen die reiche Geschichte der Region und ihr Potenzial für weitere archäologische Entdeckungen.
Zufallsfund mit historischem Wert Der Glottertaler Einwohner Claus Völker entdeckte die mittelalterlichen Münzen bei Bauarbeiten. Die Sammlung besteht aus rund 1.600 Silberstücken, die in verschiedenen Prägestätten Deutschlands, der Schweiz und Frankreichs geprägt wurden. Die meisten stammen aus Breisach, Zofingen und Freiburg, weitere aus Basel, St. Gallen, Zürich, Laufenburg und Colmar.
Archäologen sicherten umgehend die Fundstelle. Bereits am ersten Tag bargen sie mit Metalldetektoren etwa 1.000 Münzen, am Folgetag kamen weitere 600 hinzu. Der Gesamtwert der Münzen im 14. Jahrhundert hätte für den Kauf von etwa 150 Schafen gereicht. Solche Hortfunde sind kein Einzelfall: 2016 wurden in der Schweiz ebenfalls Münzen entdeckt, deren Wert damals etwa 25 Schafen entsprach. Oft spiegeln solche Schätze Zeiten der Unruhe wider – etwa Soldzahlungen an Söldnerheere oder wirtschaftliche Krisen.
Seltene Brakteaten in Sachsen-Anhalt Unterdessen fand ein ehrenamtlicher Denkmalschützer in Neulingen (Sachsen-Anhalt) zehn seltene Silbermünzen aus dem 12. Jahrhundert, sogenannte Brakteaten. Angesichts der Bergbaugeschichte der Region vermuten Experten, dass noch weitere Artefakte im Boden verborgen liegen. Die Münzen sollen nun untersucht werden, um mehr über mittelalterliche Prägetechniken, den Silberhandel und die regionale Geldzirkulation zu erfahren. Die Ergebnisse könnten Aufschluss darüber geben, wie sich Geld im Europa dieser Zeit bewegte.
Ein Blick in die mittelalterliche Wirtschaft und Politik Die beiden Funde – in Glottertal und Sachsen-Anhalt – bieten eine seltene Momentaufnahme der mittelalterlichen Wirtschaft und Politik Europas. Forscher werden die Münzen analysieren, um Handelsrouten, Bergbautätigkeiten und historische Ereignisse besser zu verstehen. Die Vergangenheit der Region als Bergbauzentrum lässt zudem auf weitere archäologische Entdeckungen hoffen.
