Bargteheide wird zum Brennpunkt rechtsextremer Gewalt in Schleswig-Holstein
Nina WalterBargteheide wird zum Brennpunkt rechtsextremer Gewalt in Schleswig-Holstein
Bargteheide, eine kleine Stadt in Schleswig-Holstein, verzeichnet seit einem Jahr einen drastischen Anstieg rechtsextremer Gewalt. Keine andere Kommune in der Region meldete 2024 so viele Vorfälle. Die Angriffe richteten sich vor allem gegen politische Gegner – teils mit brutaler Gewalt, teils durch Brandstiftung und Einschüchterung.
Die Welle der Gewalt begann bereits zu Jahresanfang. Am 4. März überfielen mehrere vermummte Täter zwei junge Menschen am Bahnhof Bargteheide, als diese einen Lautsprecher-Transporter zurückbrachten. Ein Angreifer war mit einer Schusswaffe bewaffnet, ein weiterer führte ein Messer mit sich. Ein Opfer erlitt bei dem Überfall Gesichtsverletzungen.
Nur wenige Tage später, am 7. März, bedrohten drei Vermummte aus einem fahrenden Auto heraus einen linken Aktivisten. Am 12. März griffen dann zwei mit Sturmhauben maskierte Täter eine weitere junge Person auf dem Parkplatz des Eckhorst-Gymnasiums an und verletzten sie.
Besonders häufig zum Ziel wurde das Autonome Jugendzentrum Bargteheide. Ende Mai 2024 versteckte sich dahinter ein Brandanschlag auf die Einrichtung. Ein zweiter Brand im Juni 2025 griff von der Bühne auf das Dach der Containeranlage über. Schon im November des Vorjahres waren Unbekannte eingebrochen und hatten rechtsextreme Symbole sowie Parolen der AfD hinterlassen. Nach dem Juni-Brand posteten lokale AfD-Politiker ein provokantes Instagram-Foto mit der Forderung nach einem "Antifa-Verbot".
Die landesweiten Zahlen bestätigen den Trend: Rechtsextrem motivierte Gewalt in Schleswig-Holstein stieg von 2023 auf 2024 um 20 Prozent. Allein im Kreis Stormarn ereignete sich nahezu ein Drittel aller gewalttätigen Vorfälle in Bargteheide – stets gezielt gegen politische Gegner.
Die wiederholten Angriffe in Bargteheide zeigen eine konzentrierte Welle extremistischer Aktivitäten. Da nirgendwo sonst in der Region vergleichbare Gewaltlevel registriert wurden, sticht die Stadt in der Statistik für 2024 besonders hervor. Die Behörden stehen nun vor der Herausforderung, dieser gezielten Aggression gegen politische Gruppen entgegenzuwirken.






