16 March 2026, 16:09

Bahnkrise in Bayern: Drohen massive Zugausfälle durch jahrelange Vernachlässigung?

Eine alte Karte des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, die den Verlauf der Eisenbahnlinie anzeigt.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Bahnkrise in Bayern: Drohen massive Zugausfälle durch jahrelange Vernachlässigung?

Bayerns Schienennetz steht vor schweren Herausforderungen nach Jahren der Vernachlässigung. Sowohl die Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla als auch Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) geben zu, dass sich das System in einem kritischen Zustand befindet. Nun werden drastische Maßnahmen – darunter mögliche Zugausfälle – diskutiert, um die Krise zu bewältigen.

Die Probleme traten nach einem internen Treffen zwischen der Bahnführung und Landesvertretern zutage. Der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner enthüllte, dass das Unternehmen über Streichungen im Fahrplan nachdenkt, um die Belastung überlasteter Knotenpunkte zu verringern. Verkehrsminister Bernreiter betonte jedoch, dass Ausfälle nur das letzte Mittel sein dürften.

Offiziell hat die Deutsche Bahn noch keine Streichungen bestätigt. Eine offizielle Ankündigung wird bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche erwartet. Unterdessen schlug Philipp Nagl, Chef der DB Infrago, Änderungen bei der Trassenvergabe vor, die Prioritäten zwischen Servicequalität und Netzkapazität neu gewichten könnten.

Hintergrund der Misere ist eine jahrelange Unterfinanzierung. Die Grünen fordern die Landesregierung auf, die Mittel für Sanierungen aufzustocken. Die Modernisierungspläne der Bahn für über 40 große Streckenabschnitte ziehen sich nun bis 2036 hin – mindestens fünf Jahre länger als ursprünglich geplant. Wichtige Baustellen wie die Strecke Nürnberg–Regensburg werden vom 6. Februar bis 10. Juli 2026 gesperrt, die Verbindung Nürnberg–München vom 30. Oktober bis 12. Dezember 2026.

Bernreiter lehnte bereits einen Vorschlag der Bahn ab: eine monatelange Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028. Dennoch wird der vollständige Infrastrukturumbau voraussichtlich noch ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen.

Für Fahrgäste und Unternehmen bedeutet die Lage Unsicherheit. Sollte es zu Streichungen kommen, wäre dies ein schwerer Einschlag für den bayerischen Verkehrsverbund. Noch verhandeln Behörden und Bahn – eine Entscheidung über mögliche Kürzungen steht in den kommenden Tagen an.

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