17 March 2026, 01:04

Asylverfahren in Deutschland: Längere Wartezeiten und weniger Anträge aus sicheren Herkunftsländern

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Gebäude mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, Bäumen und Fahnen auf Stangen, unter einem bewölkten Himmel.

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylverfahren in Deutschland: Längere Wartezeiten und weniger Anträge aus sicheren Herkunftsländern

Asylverfahren in Deutschland haben in den vergangenen Jahren erhebliche Veränderungen durchlaufen. Die Aufenthaltsdauer in Erstaufnahmeeinrichtungen hat sich deutlich verlängert, während die Zahl der Antragsteller aus sogenannten sicheren Herkunftsländern stark zurückgegangen ist. Neue Zahlen zeigen, wie strengere Regelungen und schnellere Abschiebungen das System umgestaltet haben.

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Die Zeit, die Asylsuchende in Erstaufnahmeeinrichtungen verbringen, ist dramatisch angestiegen. Syrer warten beispielsweise im Schnitt 197 Tage – 2023 waren es noch 66 Tage. Für türkische Staatsangehörige hat sich der Durchschnittsaufenthalt sogar von 63 Tagen im Jahr 2023 auf 226 Tage im Jahr 2025 erhöht. Rechtlich vorgesehen sind maximal 18 Monate, es sei denn, es liegen besondere Umstände vor.

Gleichzeitig ist die Zahl der Asylanträge aus sicheren Herkunftsländern stark gesunken. Im Jahr 2020 beantragten noch rund 70.000 Menschen aus diesen Staaten Schutz in Deutschland. Bis 2025 ging diese Zahl auf etwa 20.000 zurück. Der Rückgang hängt mit verschärften Grenzkontrollen und dem Bestreben zusammen, Abschiebungen zu beschleunigen.

In Hessen stammten Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern – darunter Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Moldau, Senegal und Serbien – schon immer nur aus einem winzigen Anteil der Gesamtzahl. Aktuelle Daten zeigen, dass keines dieser Länder auch nur ein Prozent der dem Bundesland zugewiesenen Asylsuchenden ausmachte. Bundesweit gingen auch die Gesamtanträge zurück: von knapp 15.000 im Jahr 2024 auf weniger als 8.000 im Jahr 2025.

Die Entwicklungen spiegeln den strengeren Kurs Deutschlands in der Asylpolitik wider. Längere Aufenthalte in Aufnahmeeinrichtungen und weniger Anträge aus sicheren Herkunftsländern deuten auf ein System hin, das nun auf schnellere Entscheidungen und mehr Abschiebungen setzt. Angesichts der weiterhin festen Linie scheint sich dieser Trend fortzusetzen.

AKTUALISIERUNG

Bearbeitungszeiten stiegen beständig vor dem 2025-Anstieg

Neue historische Daten zeigen, dass die Bearbeitungsdauern für Asylanträge in Deutschland scharf anstiegen, bevor die in dem ursprünglichen Artikel gemeldeten 2025-Zahlen berichtet wurden. Im Jahr 2024 erreichte die durchschnittliche nationale Bearbeitungszeit 8,2 Monate – gegenüber 4,5 Monaten im Jahr 2023. Diese Tendenz setzte sich auch im Jahr 2025 fort, wobei Syrer Wartezeiten von 197 Tagen und türkische Antragsteller durchschnittlich 226 Tage hatten. Die 2024-Zahlen zeigen eine klare Entwicklung hin zum jetzigen Zustand verlängerte Verzögerungen.