Apotheken in Deutschland bleiben gut erreichbar – doch Fußgänger verlieren leicht an Komfort
Finn FuchsApotheken in Deutschland bleiben gut erreichbar – doch Fußgänger verlieren leicht an Komfort
Apotheken in Deutschland bleiben gut erreichbar – doch leichte Verschlechterungen bei der Fußläufigkeit
Die Versorgung mit Apotheken in Deutschland bleibt auf hohem Niveau: Fast die gesamte Bevölkerung kann eine Apotheke mit dem Auto in weniger als 15 Minuten erreichen. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass nur ein winziger Teil der Bevölkerung – 0,1 Prozent – längere Fahrzeiten in Kauf nehmen muss. Allerdings gab es in den vergangenen fünf Jahren leichte Verschiebungen bei der Erreichbarkeit zu Fuß, was Fragen zur künftigen Verfügbarkeit in bestimmten Regionen aufwirft.
Laut Daten des Krankenversicherers Barmer und einer Studie des Iges-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes konnten 2025 noch 42 Prozent der Deutschen eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen – ein Wert, der sich seit 2020 kaum verändert hat. Allerdings sank der Anteil derer, die eine Apotheke in nur fünf Minuten zu Fuß erreichen, leicht von 6 auf 5,3 Prozent.
Für Autofahrer bleibt die Erreichbarkeit nahezu flächendeckend: 99,9 Prozent der Bevölkerung können eine Apotheke in 10 bis 15 Minuten mit dem Auto erreichen. Nur etwa 73.000 Menschen – entsprechend 0,1 Prozent – leben außerhalb dieses Radius, das sind 10.000 mehr als noch 2020. Gleichzeitig haben fast zwei Drittel der Arztpraxen eine Apotheke in maximal zehn Minuten Fußweg, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar.
Trotz Befürchtungen über Apotheken-Schließungen zeigen die Daten keinen überproportionalen Rückgang in ländlichen Gebieten. Stattdessen folgen Schließungen marktwirtschaftlichen Mustern, bei denen Wettbewerb und lokale Nachfrage die Verfügbarkeit prägen. Der GKV-Spitzenverband fordert Reformen bei der Vergütung von Apotheken, um die Versorgung bundesweit zu sichern. Vorgeschlagen wird eine Anpassung der Festbeträge – mit niedrigeren Sätzen für Apotheken mit hohem Umsatz und höheren für solche mit geringeren Verkaufszahlen.
Ein für 2026 geplantes Regierungsgesetz soll ländliche Apotheken stärken und Herausforderungen wie Personalmangel und sinkende Rentabilität angehen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch keine spezifischen urbanen oder regionalen Trends bei der Apothekenzahl der vergangenen fünf Jahre.
Insgesamt bleibt der Zugang zu Apotheken für die meisten Deutschen stabil, auch wenn leichte Verschlechterungen bei der Fußläufigkeit etwa eine halbe Million Menschen betreffen. Da mittlerweile 1,7 Millionen Menschen keine Apotheke mehr innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen können, richten Politiker und Krankenkassen den Blick auf Reformen, um die langfristige Versorgung zu sichern. Die geplanten Änderungen bei der Vergütung sowie das anstehende Gesetz zielen insbesondere auf ländliche Regionen ab, wo wirtschaftliche Zwänge die künftige Verfügbarkeit gefährden könnten.
