24 March 2026, 16:05

AfD stoppt Ausschlussverfahren gegen Kevin Dorow nach Rücktritt aus allen Ämtern

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

AfD stoppt Ausschlussverfahren gegen Kevin Dorow nach Rücktritt aus allen Ämtern

Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat das Ausschlussverfahren gegen Kevin Dorow nach einer Einigung eingestellt. Die Entscheidung folgt auf wochenlange interne Konflikte wegen seiner öffentlichen Äußerungen, die von Parteiführern als schädlich eingestuft wurden. Dorow wird nun im Gegenzug für den Verzicht auf den Parteiausschluss von allen Ämtern zurücktreten.

Der AfD-Bundesvorstand hatte zunächst argumentiert, Dorows Aussagen hätten ihn als Mitglied untragbar gemacht. Ihm wurden vier Stellungnahmen vorgeworfen, die eine Nähe zum Nationalsozialismus erkennen ließen – ein Vorwurf, den die Partei vehement zurückweist. Führende Vertreter, darunter Mitglieder der Bundesführung und der Fraktionsspitze, hatten auf seinen Ausschluss gedrängt und seine öffentlichen Kommentare, etwa auf Plattformen wie Nius, als schwerwiegende Reputationsschäden für die Partei bezeichnet.

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Kritik gab es auch an Dorows Umgang mit internen Streitigkeiten, darunter Vorwürfe der Vetternwirtschaft sowie seine Entscheidung, Parteikonflikte öffentlich auszutragen. Manche verglichen die Situation mit früheren Kontroversen um Persönlichkeiten wie Jan Wenzel Schmidt und Stefan Keuter, bei denen ähnliche Bedenken hinsichtlich Transparenz und Disziplin aufkamen.

Letztlich stimmte der Vorstand einstimmig dafür, die Ausschlussdrohung zurückzuziehen. Laut Vereinbarung wird Dorow alle Posten niederlegen, darunter seine Funktionen im Bundesvorstand der Jungen Alternative (ehemals "Generation Deutschland"), im AfD-Landesverband Schleswig-Holstein sowie seine Stellung als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag Rendsburg-Eckernförde. Zudem erhält er ein zweijähriges Verbot, Parteämter zu bekleiden.

Jean-Pascal Hohm, Bundesvorsitzender der Jungen Alternative, bezeichnete die disziplinarischen Maßnahmen als hart, akzeptierte jedoch den Kompromiss. Dorow selbst begrüßte die Lösung und nannte sie ein faires Ergebnis.

Die Einigung beendet einen erbitterten internen Machtkampf, drängt Dorow jedoch für zwei Jahre an den Rand des Parteigeschehens. Sein Rückzug aus allen Ämtern markiert eine deutliche Zäsur in den Jugend- und Regionalstrukturen der AfD. Die Partei betonte erneut ihre klare Abgrenzung von jeder nationalsozialistischen Ideologie.

Quelle