100.000 Euro Strafe: Meta scheitert bei Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe gegen Soldaten
Nina Walter100.000 Euro Strafe: Meta scheitert bei Löschung falscher Kriegsverbrecher-Vorwürfe gegen Soldaten
Ein deutsches Gericht hat Meta zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt, weil das Unternehmen falsche Vorwürfe gegen einen Soldaten auf Facebook nicht rechtzeitig gelöscht hatte. Die Beiträge, in denen der Mann fälschlicherweise als Kriegsverbrecher bezeichnet wurde, blieben trotz einer Löschanordnung mehr als zwei Wochen online. In der Begründung des Urteils wurde die zögerliche Reaktion des Konzerns und seine wiederholte Nachlässigkeit im Umgang mit schädlichen Inhalten scharf kritisiert.
Ausgangspunkt des Falls waren falsche Behauptungen über einen Soldaten, der im Gazastreifen im Einsatz war und auf Facebook als Kriegsverbrecher diffamiert wurde. Die Posts enthielten seinen Namen und ein Foto und beschuldigten ihn schwerwiegender Verstöße. Am 23. März 2026 ordnete die Presskammer des Landgerichts Frankfurt an, dass Meta die Inhalte unverzüglich entfernen müsse.
Meta kam der Anweisung jedoch nicht sofort nach. Stattdessen blieben die Beiträge 15 bis 17 Tage lang sichtbar. Das Gericht urteilte später, dass diese Verzögerung inakzeptabel sei – insbesondere angesichts der Schwere der Vorwürfe. Die Verteidigung des Unternehmens, das Sprachbarrieren als Grund für die Verzögerung angeführt hatte, wurde als unzureichend zurückgewiesen.
Die Richter stellten fest, dass die untätige Haltung Metas den Rufschaden für den Soldaten zusätzlich verschärft habe. Sie bewerteten das Verhalten des Konzerns als systemisches Versagen und zeigten sich besorgt über die mangelnde Rücksichtnahme auf die Folgen falscher Online-Aussagen. Die Strafe in Höhe von 100.000 Euro wurde am 28. Mai 2026 als direkte Konsequenz dieser Feststellungen verhängt.
Das Urteil unterstreicht die rechtlichen Risiken für Plattformen, die ehrverletzende Inhalte nicht zeitnah entfernen. Meta muss nun die Strafe zahlen – das Gericht machte deutlich, dass Verzögerungen in solchen Fällen schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Gleichzeitig stärkt die Entscheidung den Schutz von Personen, die Opfer falscher Online-Beschuldigungen werden.
